Wie man die maritime Blockchain Tradelens binnen Stunden integriert
Verlässliche Track & Trace Daten zeitnah und einfach in die eigenen IT-Systeme einbinden - ein hands-on Bericht zur Integration der TradeLens Blockchain mit Workato.

Verlässliche und vertrauenswürdige Track & Trace Daten zeitnah und einfach in die eigenen IT-Systeme und Abläufe einzubinden, stellt nahezu alle großen wie kleinen Unternehmen vor eine ernste Herausforderung. Ihre Lösung ist die Basis für eine effiziente Disposition. Dabei wollen etablierte on-premise Systeme sowie innovative Cloud-Lösungen eingebunden werden, ohne gleichzeitig ein risikoreiches Großprojekt starten zu müssen. Am besten integriert sich der Informationsfluss nahtlos ins Bestehende und Entstehende, ohne zu Disruptionen oder Friktionen im Kerngeschäft zu führen oder Kostenexplosionen zu verursachen. Wie lässt sich dieses Conundrum lösen? Ein hands-on Bericht.
TradeLens - Die maritime Blockchain
Der weltweit größte Reeder Maersk hat mit seiner IT-Tochter GTD Solution sowie dem Technologiegiganten IBM eine auf Blockchain basierende maritime Track & Trace Plattform ins Leben gerufen, an der alle Partner teilnehmen können — TradeLens. TradeLens soll die Effizienz in Lieferketten der Containerlogistik steigern, indem Interaktionen mit mehreren Parteien automatisiert und digitalisiert werden.
Dazu hat TradeLens mehr als 100 Events definiert, an denen im Verlauf der globalen Supply Chain Daten und Dokumente ausgetauscht werden, vom geplanten Verschiffungszeitpunkt, über die Bill of Lading bis hin zur Verzollung und Versicherungspolizzen. Diese Events werden von den Teilnehmern der Blockchain laufend befüllt und neue Informationen automatisch konsumiert. Ein stetiges Geben und Nehmen.
Rollenbasiertes Berechtigungskonzept
TradeLens folgt einem rollenbasierten Berechtigungskonzept, in das jeder teilnehmende Partner während des Onboarding auf die Plattform eingeordnet wird. So gibt es Ocean Carriers, Rail oder Truck Operator, die in die Gruppe der Transport Service Provider fallen, Zoll und Zolldienstleister, Depots und Terminals sowie zahlreiche weitere Teilnehmer des Logistikgeschehens wie Banken und Versicherungen.
Jeder Rolle sind Berechtigungen auf die einzelnen Events zugewiesen. So wird die Containerbe- und -entladung regelmäßig von Reedern oder 3PLs gemeldet, während Schienentransportunternehmen die Verladung im Umschlagbahnhof melden und Depotbetreiber Gate-in/-out Meldungen liefern. Alle diese Zuordnungen sind im sogenannten Data Sharing Specification Sheet zusammengefasst.
OAuth 2.0 Authentifizierung
Besteht Klarheit über die relevanten Events, so wird eine sogenannte Organisation für den teilnehmenden Partner in TradeLens sowie ein Account in der IBM Bluemix IAM Cloud angelegt (Identity Access Management). Um die APIs in die eigenen IT-Systeme einbinden zu können, muss der teilnehmende Partner im IBM Bluemix IAM einen technischen Benutzer mit einem API-Key anlegen und dessen Service ID in TradeLens bekannt machen.
So wird erreicht, dass der Partner seine Accounts für die Nutzung von TradeLens völlig autark verwalten kann und TradeLens keinerlei Benutzernamen und Passwörter kennt bzw. Authentisieren muss. Dieses Konzept entspricht dem OAuth 2.0 Standard, gemäß dem der Ressource Server (TradeLens) vom Authorization Server (hier vom Partner verwalteten IBM Bluemix IAM Account) getrennt ist.
Integration mit Workato
Nach erfolgreichen Integrationstests mit Postman steht man vor der eigentlichen Aufgabe: Der automatisierten Übertragung von Daten an TradeLens aus den eigenen Kernsystemen. Vielerorts wird der Ruf nach dem Enterprise Service Bus (ESB) Team laut. Ein organisatorisch und technisch meist aufwändiger Prozess.
Workato erfüllt mit seinem auf Low-Code ausgelegten Trigger-Action-Prinzip genau die Anforderungen moderner Integrationsplattformen:
- Intuitiv zu bedienen
- Skalierbar nach aktuellem Bedarf (technisch wie ökonomisch)
- Flexibel hinsichtlich der anzubindenden, meist heterogenen Systeme
- Vertrauenswürdig hinsichtlich der Datennutzung
- Sicher vor Angriffen und Missbrauch
- Stabil und robust in Bezug auf Verfügbarkeit
- Aufwandsarm zu betreiben — am besten als Cloud-Dienst (SaaS)
Die Research-Giganten Forrester und Gartner zählen Workato zwischenzeitlich zu den führenden Integrations- und Automatisierungsplattformen überhaupt.
Recipe-Aufbau für TradeLens
Häufige Integrationen werden als fertige Recipes angeboten, wie Workato seine Automatisierungsabläufe nennt. Jedes Recipe besteht aus einem Trigger, der eine Abfolge von Actions auslöst. Genial einfach, jedoch überaus mächtig!
Out-of-the-box finden sich zahlreiche Trigger und Actions z.B. für die Rechnungserstellung mit TradeShift, die Erfassung eines Kundenvorgangs in Salesforce, die Aktualisierung eines Customer Service Tickets in ServiceNow oder der Zugriff auf IoT Daten in Splunk.
SFTP-Trigger
Trigger für die Auslösung eines Events in TradeLens soll ein neues File auf einem SFTP Server sein. Im konkreten Anwendungsfall erhält ein führender europäischer Intermodal-Operateur aus diversen Quellen Statusmitteilungen über den Transportablauf von Containern: Wurde ein Container auf einen Zug verladen, hat ein Container den Umschlagbahnhof per LKW verlassen, ist ein Zug an einem Hafenterminal angekommen, wurde ein neuer Transportauftrag erteilt.
Die Verbindung über SFTP ist in Workato ein Kinderspiel: Einfach eine Connection hinzufügen, SFTP auswählen, die Login-Parameter angeben wie z.B. Benutzername, Passwort, Hostkey Fingerprint — und auf Connect klicken. Fertig!
Zweistufige Authentifizierung
Ist der Trigger konfiguriert, kann es mit den Actions weitergehen. TradeLens verlangt als Erstes eine Authentication in IBM Cloud IAM mit dem zuvor erstellten API Key. Ist dieser korrekt, erhält man einen Access und Refresh Token, mit dem man sich in der nächsten Action im TradeLens Solution Manager authentisiert.
Den Access und Refresh Token, die Response dieses HTTP-Requests, fügt man dann als Request Body in die Authentisierung beim TradeLens Solution Manager ein — kinderleicht per Drag & Drop.
Datenmapping
Bei Enterprise-Integrationen stellt üblicherweise das Mapping von Ausgangs- sowie Zielschema eine zeitaufwändige Herausforderung dar. In Workato ist das über eine Map-Action effizient gelöst, in welcher das Zielschema entweder feldweise definiert werden kann oder aber durch Hochladen eines JSON Zieldokuments automatisch erstellt wird.
Weil TradeLens die Eventinhalte in Swagger (OpenAPI 2.0) ausführlich dokumentiert hat und das Nachrichtenmodell von dort einfach kopiert werden kann, wird ein Custom Data Model per Copy & Paste angelegt — kinderleicht und in Sekunden erledigt.
Protokollierung
Auch wenn Workato grundsätzlich alle Jobs samt Input und Output je Schritt protokolliert, empfiehlt sich die Protokollierung in einer externen Quelle. Üblicherweise kommen hier Logging-Lösungen wie Splunk oder Datadog zum Einsatz, für die Workato fertige Actions anbietet.
Fazit
Schnelligkeit, Einfachheit und Zuverlässigkeit. Moderne Technologien müssen gerade diese Tugenden in sich tragen, damit sie ihre positive Wirkung entfalten können. Gerade die Transportlogistik als Motor des globalen Handels und Wohlstandes muss diesen Dreiklang beherzigen, um den Marktanforderungen gerecht zu werden und die Digitalisierungsanforderungen erfolgreich zu bewältigen.
Die Vielzahl an nötigen Integrationen und Automatisierungen, um relevant und profitabel zu bleiben, darf daher kein Problem darstellen sondern muss vielmehr als willkommene Chance erscheinen. Mit den richtigen Tools und Technologien ist das kein Problem sondern ein Genuss, wie selbst globale Projekte in der Dimension von TradeLens zeigen.
Interessiert an unseren Lösungen?
Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung.
Kontakt aufnehmen





